Warten ...

Hallo Freunde,

die ganze Welt warten wir auf das Ende des Virus oder einen Impfstoff oder auf einen freien Sitzplatz im Flieger, um Euch zu besuchen. Dieses Warten erinnert mich an das Theaterstück von Samuel Beckett, der kurz nach dem Krieg “Warten auf Godot” geschrieben hat. Zwei Personen sitzen untätig da, warten auf einen Godot, den niemand kennt und langweilen sich. Die Inszenierung sah damals aus, wie in meiner Zeichnung.

Nun wissen wir von uns selbst und von unseren Kindern, dass die Langeweile nicht allzu lange ausgehalten werden kann. Der Philosoph Pascal schrieb schon vor fast 400 Jahren: Alles Unglück kommt daher, dass die Menschen nicht fähig sind, in Ruhe in ihrem Zimmer zu bleiben. Die Viren scheinen Pascal gelesen zu haben. Sie warten darauf, dass wir demonstrieren gehen, um uns zu überfallen.
 
Aber so sind wir, vor der Krise haben wir uns erhitzt über das Nicht-Haben, jetzt sind wir gelangweilt durch das Nicht-Erleben.
 
Wahrscheinlich hat Gott sich auch gelangweilt, deshalb schuf er ein Ebenbild, den Adam. Und es dauerte nicht lange, da begann Adam sich ebenfalls zu langweilen und so bekam er eine Frau zur Seite.
 
Um diese Langeweile in unserem Paradies zu vertreiben, schreiben KiKi und ich hin und wieder gemeinsam einen Roman. Da geht es oft zu wie bei Kain und Abel, aber das ist wiederum eine andere Geschichte in einem anderen Sonntagsbrief.
 
Viele Grüße
Euer Helme
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