Tauschhandel in Down Under

Ihr Lieben,

in diesen unseren hektischen Zeiten, wo sich die Grenzen immer mehr vermischen zwischen Fakt und Fiktion, Lüge und Wahrheit, realer und virtueller Welt, Bitcoin und Bargeld, Mann und Frau, hat unser kleines Russell eine neue, alte Idee wieder aufgegriffen. TAUSCHHANDEL kündigte ein handgemaltes Plakat neben dem Eingang unseres indischen Kolonialwaren-Ladens an. Crop Swap, eigene Ernte gegen die des Nachbarn, nur ungespritzt, kein Geld involviert. Sonntag 1 p.m. auf dem Rugby-Feld. Bitte kommt. 

Am Sonntagmorgen nach dem Frühstück plünderten Kiki und ich unseren Garten: Drei Avocados, vier Pampelmusen, zwei Tomaten drei Cherimoyas und einen großen Strauß Petersilie. Sonnenhüte auf, ab ins Auto und voller Neugier hingefahren. Eine fünf Mann/Männin-Band und eine bunt gemischte Gesellschaft von Freunden, Weltumseglern, Impfgegnern, Rentnern, Künstlern und alteingesessenen Russellites begrüßte uns. 

Am Rande des Spielfelds war ein Zeltdach errichtet worden, in dessen Schatten lange Tische standen, auf denen jeder seine eigenen Naturschätze ausbreitete. Danach nahmen wir Platz auf den Treppenstufen vor den Umkleidekabinen der Rugby-Spieler, stellten uns namentlich vor (natürlich nur mit Vornamen, denn die Nachnamen interessieren niemanden) und berichteten, was wir aus unserem Garten mitgebracht hatten. Da ich nur Kiki mitgebracht hatte, stellte ich Kiki vor, was ihnen auch genügte. Sie erklärte dann unseren Beitrag. Chirimoya aus den südamerikanischen Anden - das war schon etwas Besonderes. Sehr lecker, wenn auch etwas sehr natursüß für unseren Geschmack. Kiki kannte diese Frucht aus Spanien von vor 60 (!) Jahren. Anschließend  liefen wir schnatternd und kichernd zu den beladenen Tischen, füllten unsere Taschen, tauschten Rezepte aus und fuhren gut gelaunt wieder heim.

Niemand fragte, ob wir mehr mitgenommen hatten als gebracht. Es genügte, gekommen zu sein und ein Stündchen Abstand zu haben vom Computer und all den Corona-Statistiken und Intensivbetten-Zahlen. Was für ein Tag! In 2 Wochen treffen wir uns wieder, dann ist alles nachgewachsen.

Seid herzlich gegrüßt
von Euerm Helme

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