Schutzschirm

Hallo Freunde,

seit Wochen zeigt uns die Natur,  dass sie kraftvoller ist als alle unsere Flugzeugträger, Bomber, Panzer, Atom- und Wasserstoffbomben zusammen. Ein klitzekleines Virus ängstigt und bedroht die Menschen. Für das Auge unsichtbar schleicht es sich heran, überfällt uns und verändert unseren Alltag, unsere Politik, unsere Wirtschaft. Das ist die beunruhigende Seite, aber vielleicht gibt es auch eine positive Sicht auf dieses Ereignis. Dieser kleine Virus entschleunigt unseren Alltag. Plötzlich sitzen wir wieder zuhause und haben Zeit. Der Virus zwingt uns zum Stubenarrest. Shopping ist out, bis auf Toilettenpapier und Grundnahrungsmittel. Und wir erlernen wieder das Kochen, da alle unsere Lieblingsrestaurants geschlossen sind.

Philosophisch betrachtet verändert das Virus vielleicht auch unser Gemeinwesen, das ja bekanntlich das Ich mehr schätzt als das Wir. Das Ergebnis könnte eine stärkere Schwarmintelligenz sein. Das wäre nicht das Schlechteste an dieser Pandemie. Oft beginnt ja eine Veränderung, ein Wachstumsschub mit Fieber. Unsere Kinder haben uns das gelehrt. Irgendwann werden wir dieses Virus besiegen, wie wir bisher sehr viele Bakterien und Viren umgebracht oder versklavt haben. Der oder die Biologen bekommen einen Nobelpreis und die Natur denkt sich etwas Neues aus, um unsere Hybris klein zu halten.

Manchmal scheint die Natur aber auch Mitleid mit uns Menschen zu haben. Jahrhunderte lang hat der Pestbazillus die Krone der Schöpfung millionenfach dezimiert, bis im Jahre 1722 ein Millionenheer von grauen, sehr aggressiven Ratten aus unerfindlichen Gründen die Wolga durchschwamm und in ganz Westeuropa die schwarzen Ratten, die Pestträger,  aus den Städten vertrieb und die Seuche beendete. Gedankt haben wir der Natur dafür nie, im Gegenteil wir haben sie weiter vergewaltigt.

Bleibt gesund und aus hygienischen Gründen nur aus der Ferne umärmelt

Euer Helme 

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