"Mein Freund Ramtamtam" - Rezension

 

 

Vergangenes Jahr erschien dieses Bilderbuch von Helme Heine. Geradezu vorbildlich komponierte er Bild und Text zu einer tiefsinnigen und zugleich humorvollen Geschichte über Leben und Sterben des geliebten Hundes.

Ich mag die feinen Zeichnungen, begleitet von angenehm kurzen Texten mit pointierten Witzen. Die Erzählung schwebt fast ein wenig dahin, bis zum Ende, das keines ist. Weil man sich in der Erinnerung immer noch treffen kann.

Was ist hier los? In spontaner Liebe wachsen Kind und Tier zusammen auf, erkunden die Welt und genießen das Leben – bis der Hund alt ist und einschläft. Eine undramatische Geschichte, die den Lauf der Zeit beschreibt. Ein tröstliches Buch, das kunstvoll zeigt, wie wenig Worte nötig sind, um alles zu sagen.

Heine erklärt, dass dieses Bilderbuch als Gegenentwurf zu unter anderem »Herr und Hund« von Thomas Mann entstand. Dort ist der Hund nur Diener seines Herren und bleibt ihm fremd. Er dagegen wollte von einer Beziehung auf Augenhöhe erzählen. Und von der Kraft der Erinnerung.

Beste Lesezeit: jetzt gleich

 

Agnes Sonntag betreut seit einigen Jahren beim Kinder-Nachrichtenmagazin »Dein SPIEGEL« die Buchtipps und rezensiert auf SPIEGEL.de Kinder- und Jugendbücher.

 

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